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Provenienzforschung in brandenburgischen Museen

Provenienzforschung zwischen 1933 und 1945

2012 entwickelte der Museumsverband in Zusammenarbeit mit der damaligen Arbeitsstelle für Provenienzforschung den sogenannten „Erstcheck Provenienzforschung“. Im Rahmen des Erstchecks untersuchen erfahrene Provenienzforscherinnen und –forscher Museumssammlungen nach ersten Hinweisen auf Objekte, bei denen eventuell ein NS-verfolgungsbedingter Entzug vorliegt. Die Recherchen in den Hausarchiven und Depots erfolgten in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen in den Museen. Im Ergebnis erhalten die Museen einen umfangreichen Bericht und ggf. Empfehlungen für weitere Rechercheschritte. Wie ein Erstcheck aufgebaut ist, können Sie in Heft 23 der Museumsblätter nachlesen.

Inzwischen haben sich im Land Brandenburg 25 Museen am Erstcheck beteiligt! Übrigens: Die Erstchecks sind Dank einer 100-Prozent-Förderung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste für die Museen kostenfrei! Der Erstcheck wurde zum Erfolgsmodell und wird inzwischen in zahlreichen anderen Bundesländern „kopiert“ – worüber wir uns sehr freuen!

Provenienzforschung zwischen 1945 und 1990 (SBZ und DDR)

Im Jahr 2017 initiierte der Museumsverband ein Pilotprojekt zur Erforschung kritischer Provenienzen aus der Zeit zwischen 1945 und 1990 in den Museen in Frankfurt (O.) (Viadrina Museum), Neuruppin, Eberswalde und Strausberg. Das Projekt wurde durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste kofinanziert und konnte 2019 abgeschlossen werden. In den untersuchten Museen wurden jeweils Hunderte Objekte mit kritischen Provenienzen identifiziert. Die Ergebnisse des Pilotprojektes legen nahe, dass praktisch alle Museen mit Gründungsjahr vor 1990 von der Thematik „kritische DDR-Provenienzen“ betroffen sind. Eine Zusammenfassung der Projektergebnisse finden Sie in den Museumsblättern, Heft 35.

Provenienzforschung im Bereich Kolonialismus

2019 hat der Museumsverband ein Verbundprojekt zur ersten inhaltlichen Auseinandersetzung mit Provenienzen mit (weitestgehend) kolonialem Hintergrund initiiert. Im Rahmen des Projektes werden Objekte erforscht, digitalisiert und im Rahmen einer Online-Ausstellung unter museum-digital veröffentlicht. Das Projekt wurde im Frühjahr 2020 abgeschlossen.

Wenn Sie Beratungsbedarf oder einfach Fragen rund um das Thema Provenienzforschung haben, melden Sie sich bei uns: sachse@museen-brandenburg.de. Wir beraten und unterstützen Sie allen Fragen rund um die Provenienzforschung!

 

Kontakt

Alexander Sachse

sachse@museen-brandenburg.de
Tel. 0331 / 23 27 914

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