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Video-Performance aus dem Wolf Kahlen Museum Bernau, 1980

Kurz nach der Wende erläutert der Videokünstler Wolf Kahlen eine ältere Performance. Schauplatz ist Galerie Schweinebraden in Berlin (Ost) am 1. Februar 1980. Kahlen, mit Backenbart, hält ein Aufnahmegerät, auf dem eine Art Schreibtischlampe montiert ist und das er wie eine Handkamera führt. Die Schwarz-Weiß-Bilder schweifen durch einen Raum voller Gäste und sind auf einem Monitor zu sehen. A. R. Penck und Jürgen Schweinebraden erzeugen dazu eine Art akustischen Jazz. Wenn Kahlen „Achtung, Aufnahme!“ sagt, frieren die Bilder ein, wie er sagt. Die Musik setzt aus oder wird leiser. Auf dem Monitor ist nur noch ein Standbild zu sehen. Davor wird eine Glasscheibe gestellt. Penck, manchmal auch jemand anderes, tritt heran, nimmt einen breiten Pinsel und übermalt das Bild auf dem Monitor. Die farbigen Arbeiten werden immer nachträglich eingeblendet. Manchmal sind es flächige Strukturen, manchmal graphische Piktogramme. Die halbdunkle, unscharfe Szenerie und die Wiederholung der Abläufe geben dem Ganzen etwas subversiv Rituelles. Die Aktion gilt als die erste künstlerische Video-Performance in der DDR. Wolf Kahlen reiste bald darauf aus. Heute betreibt er in Bernau sein eigenes Museum.