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Provenienzforschung in brandenburgischen Museen

Als unmittelbare Reaktion auf die Washingtoner Konferenz von 1998, auf der Grundsätze für die Rückgabe von Vermögenswerten aus der Zeit des Holocaust erarbeitet worden waren, unterzeichneten 1999 die Bundesregierung, die Länder und die kommunalen Spitzenverbände eine „Gemeinsamen Erklärung“. In dieser Erklärung rufen sie alle öffentlichen Einrichtungen auf, ihre Kulturgutbestände zu überprüfen und unklare oder "verdächtige" Erwerbsvorgänge offen zu legen sowie gegebenenfalls „gerechte und faire Lösungen“ für die Restitution dieser Kulturgüter zu finden. Auch für die brandenburgischen Museen bedeutet dies: setzt euch mit der Geschichte eurer Sammlungen auseinander!

2012 entwickelte der Museumsverband in Zusammenarbeit mit der damaligen Arbeitsstelle für Provenienzforschung den sogenannten „Erst-Check Provenienzforschung“. Im Rahmen des Erst-Checks sollten erfahrene Provenienzforscherinnen und -forscher nach einem einheitlichen Raster in brandenburgischen Museen nach ersten Hinweisen auf Objekte suchen, bei denen ein NS-verfolgungsbedingter Entzug vermutet werden kann – bzw. sogar nachweisbar ist. Die Recherchen in den Hausarchiven und Depots erfolgten in enger Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen in den Museen. Finanziell unterstützt wurden und werden die Recherchen maßgeblich durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Auf der Webseite des Zentrums werden auch die Forschungsergebnisse in zusammengefasster Form veröffentlicht. Inzwischen haben sich 22 Museen im Land Brandenburg beteiligt und vier Museen haben nach einem Erst-Check Fördermittel für eigenständige weitere Recherchen beantragt. Der Erst-Check wurde zum Erfolgsmodell und wird inzwischen in zahlreichen anderen Bundesländern „kopiert“ – worüber wir uns sehr freuen!

Auch wenn im Ergebnis der allermeisten Erst-Checks nur sehr wenige Hinweise auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut gefunden wurden, haben die Forschungen vor Ort auf jeden Fall eines erreicht: die Museen haben erkannt, wie wichtig Provenienzforschung für das Selbstverständnis der Häuser und ihrer Sammlungen ist!

Seit Ende 2017 arbeitet der Museumsverband – wiederum mit finanzieller Förderung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste – an einem Pilotprojekt zur Erforschung kritischer Provenienzen aus der Zeit zwischen 1945 und 1990. Beteiligt sind Museen in Neuruppin, Eberswalde, Strausberg und Frankfurt (Oder). Ziel dieses Projektes ist es, festzustellen, in welchem Umfang und auf welchen Wegen z.B. Objekte aus Schlossbergungen oder aus dem Besitz von „Republikflüchtigen“ in die Sammlungen von brandenburgischen Museen gelangt sind.

Wenn Ihr Haus noch nicht an einem Erst-Check teilgenommen hat oder Interesse an Provenienzforschung mit dem Fokus auf die DDR-Zeit hat, melden Sie sich einfach bei uns. Wir beraten und unterstützen Sie allen Fragen rund um die Provenienzforschung!

 

 

Kontakt

Alexander Sachse

sachse@museen-brandenburg.de
Tel. 0331 / 23 27 914