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Weißgerbermuseum

In des Leders Werdegang
ist die Hauptsach der Gestank.
Kalk, Alaun, Salz, Mehl Arsen,
machen’s gar, recht weiß und schön.
Eigelb, Pinckel, Hundeschiete geben ihm besondere Güte.
Drum ist es ein Hochgenuß,
auf den Handschuh zart ein Kuß.


Wie der alte Gerberspruch bestätigt, hängt die Produktion von Leder vor allem von Gerb- und Hilfsstoffen ab, die zum Teil alles andere als fein sind. Ohne die Chemie von Alaun, Kalk und Kochsalz gibt es aber keine feinen Glacehandschuhe.

Im Weißgerbermuseum in Doberlug – Kirchhain wird dies den interessierten Besuchern vor Augen geführt. Sie erfahren natürlich auch, woher die geflügelten Worten „Ihm sind die Felle davongeschwommen“, „Das geht auf keine Kuhhaut“ oder „Ihm wurde das Fell gegerbt“ stammen.

Die Gäste des Weißgerbermuseums lernen darüber hinaus eine Stadt als Produktionsstandort kennen, deren Gesicht wie keine zweite in der Niederlausitz durch das Gerberhandwerk geprägt worden ist.

Erst in den 1990er Jahren verschwand das traditionsreiche Gerberhandwerk fast vollständig aus Doberlug – Kirchhain. Das Weißgerbermuseum sammelt, bewahrt und erforscht dessen Sachzeugnisse.


Es befindet sich in einem Haus, das im Jahre 1753 als Gerberei erbaut wurde. Noch bis 1947 stellte man in ihm Weiß- und Glaceleder her. Seit 1958 steht es unter Denkmalschutz. Die im Zuge des Nationalen Aufbauwerkes unter schwierigsten Rahmenbedingungen durchgeführten Restaurierungsarbeiten währten fünf Jahre, bis es schließlich am 26. Mai 1963 als erstes technikhistorisches Museum des damaligen Bezirkes Cottbus eröffnet werden konnte.

Mit den Jahren wuchs die Sammlung der Exponate und das Museum veränderte durch weitere Umbauten und vielfältige Erhaltungsmaßnahmen sein Gesicht. Die umfassendsten Restaurierungen erfolgten 1992 bis 1994.

Die ständige Ausstellung zeigt heute eine technische Schauanlage des Weißgerberhandwerks um 1900 und beschäftigt sich mit vielen Aspekten der allgemeinen und regionalen Entwicklung des Gerberhandwerks und der Lederindustrie. Neben einer Sammlung von Ledern und Fellen aus aller Welt (z.B. von Maus, Elefant, Affe, Krokodil u.a.) sind eine Schusterwerkstatt und Gesellenstube aus dem 19. Jahrhundert, eine Sammlung kostbaren Zunftgeschirrs sowie die jeweils aktuelle Sonderausstellung zu sehen.

In der technischen Ausstellung des Weißgerbermuseums, die sich in einer ehemaligen Gerberwerkstatt unweit des Haupthauses befindet, wird mit Hilfe einer kompletten Produktionsstrecke, bestehend aus modernen Gerbereimaschinen, die industrietechnische Herstellung von Leder veranschaulicht.

Weiterführende Informationen erhält man durch sachkundige Führungen (nach Voranmeldung). Darüber hinaus steht interessierten Besuchern eine Bibliothek zur Technologie der Lederherstellung und -verarbeitung sowie zur Regionalgeschichte zur Verfügung. Das Weißgerbermuseum ist zugleich das Tourismusbüro der Stadt Doberlug-Kirchhain.

Adresse

Weißgerbermuseum
Potsdamer Straße 18
03253 Doberlug-Kirchhain

Telefon: (03 53 22) 22 93

weissgerbermuseum@
doberlug-kirchhain.de


www.weissgerbermuseum.de

Öffnungszeiten

Dienstag bis Donnerstag
9–12 Uhr und 14–17 Uhr

Freitag
10–12 und 14–16 Uhr

Sonntag
14–16 Uhr

Samstag nach Voranmeldung
ebenfalls geöffnet

Eintrittspreise

Weißgerbermuseum,
Sonderausstellung
und Technische Ausstellung

Erwachsene:

4 €

Ermäßigt*:

2 €

 

Sonderausstellung

Erwachsene:

2 €

Ermäßigt*:

1 €

Familienkarte
bis 5 Personen

12 €

 

Gruppentarife
ab 10 Personen

3 €

 

Führungsgebühren

10 €

Weißgerberausstellung und
Technische Ausstellung

 

* Kinder, Jugendliche, Studenten, Rentner