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Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg

Das Museum in der kleinen Stadt Oderberg ganz im Osten Brandenburgs ist wohl eins von besonderer Art. Es ist zugleich ein Museum für Ur- und Frühgeschichte sowie ein Heimatmuseum. Die Umgebung von Oderberg ist nicht nur schön als ein von der Eiszeit gestaltetes Endmoränengebiet, sondern auch eine historische Fundgrube von außergewöhnlicher Reichhaltigkeit, sowohl von der Ur- und Frühgeschichte bis über das Mittelalter und die Neuzeit. Viele Funde waren von Bauern beim Pflügen, bei Bauarbeiten oder bei gezielter Suche in der Nähe alter Burgstandorte gefunden worden.

Dass alles Gefundene systematisch zusammengetragen, geordnet und aufbereitet worden ist, verdankt die Stadt Oderberg einer Arbeitsgemeinschaft von Natur- und Heimatfreunden, die sich in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts um den Oderberger Lehrer Hermann Seidel zusammengefunden hatte. Gezeigt wurden die ersten Stücke in einer ehrenamtlich betriebenen Heimatstube. Seit 1964 wurde das Haus Nebenstelle des Kreismuseums Eberswalde, 1979 wurde die Stadt Oderberg der Träger. Günter Hoffmann, der seinen Lehrerberuf an den Nagel hängte, wurde 1979 Museumsdirektor. Mehrere Mitarbeiter unterstützten die fachlich sehr anspruchsvolle Arbeit.

In der langjährigen Tätigkeit erkannten die Heimatfreunde, dass die Geschichte Oderbergs, die Entwicklung und Blüte dieser Stadt, in alter Zeit direkt mit der Lage an einem wichtigen Handelsweg von Ost nach West zusammenhing. Die Binnenschifffahrt, das dominierende Transportmittel früherer Jahrhunderte, kam über die Höhenzüge des Oderbruchs nicht hinweg, deshalb ging von hier der Transport der Waren nach oder von Berlin, Hamburg, Magdeburg und anderswo über den Landweg weiter oder von hier per Schiff nach Übersee oder in die Gebiete östlich der Oder.

Oderberg erhielt von Markgraf Otto II. im 13. Jahrhundert das Stapelrecht. 1600 war Oderberg eine Immediatstadt, galt also als Vorhafen von Berlin und war dem Kurfürsten direkt unterstellt. Mit dem Bau des ersten Finowkanals (1604-1620) wuchs die Bedeutung Oderbergs als Handelsstadt weiter. Doch der 30jährige Krieg zerstörte alles wieder. Das Land wurde entvölkert, der Finowkanal verfiel und wurde fast 120 Jahre später so gut wie neu gebaut. Erst da kam auch Oderberg wieder zu einer gewissen Geltung zurück und wurde im Laufe der folgenden Jahrhunderte eine bedeutende Binnenschifffahrtsstadt, sozusagen das Tor der Mark Brandenburg zum östlichen Mitteleuropa. Oderberg besaß mehrere Schiffswerften, von denen eine als Oderberger Stahlbau GmbH noch existiert.

Das alles und vieles mehr ist im Oderberger Museum sehr anschaulich dargestellt. Das Museum besitzt 15 Ausstellungsräume, in denen von der Ur- und Frühgeschichte über den Schiffbau in Oderberg, die Schifffahrt an der Oder, das Schiffshebewerk Niederfinow (alt und neu), das Fischereiwesen, das Leben der Bürger in Oderberg in vorigen Jahrhunderten bis in die Neuzeit alles Wichtige dargestellt, was die Geschichte dieser Region betrifft.

Unterstützt wird das Museum von einem Förderverein. Er initiierte eine 96-Stunden-Aktion von Radio Berlin-Brandenburg im Mai 2006, die besonders den ehemaligen Fahrgastdampfer „RIESA“ und andere Exponate der Freiluftausstellung im Museumsgarten wieder in einen tadellosen Zustand versetzte. Den „Freunden der Oderschiffahrt“ als Sparte der Deutschen Gesellschaft für Schiffahrts- und Marinegeschichte ist das Oderberger Museum eine direkte Heimstatt. Alle zwei Jahre halten die Freunde der Oderschiffahrt hier ihr „Forum zur Oderschifffahrt“ ab, in dem sie neue Forschungsergebnisse zur Geschichte der Oderschifffahrt vorstellen.

Adresse

Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg
Hermann-Seidel-Straße 44
16248 Oderberg

Museum
Telefon: (03 33 69) 470

Förderverein
Telefon: (03 33 69) 53 93 21

museum.oderberg(at)freenet.de

www.bs-museum-oderberg.de

Öffnungszeiten

April bis Oktober
täglich 10–17 Uhr

November bis März
täglich 10–15 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene

4,00 €

Ermäßigt

2,50 €

Kinder
6 bis 14 Jahre

2,00 €

Familienkarte*

10,00 €

 

Gruppen ab 8 Personen

Erwachsene

3,00 €

Kinder

1,50 €

 

Führungen

1-7 Personen

15,00 €

8-15 Personen

2,00 p.P.

über 15 Personen

1,50 p.P.


* 2 Erwachsene und max. 3 Kinder